Die Wegwarte oder Zichorie

Sie wurde damals gegen Krankheiten wie Leberbeschwerden, Gelbsucht und Verstopfung angewendet. Am Ende des 17. Jahrhunderts entdeckte man, dass sich ihre Wurzeln als preiswerter Ersatz für Kaffeebohnen eignen. Friedrich der Große förderte im 18. Jahrhundert die Produktion des Zichorienkaffees… 

… in großem Maß. 2020 wurde die Wegwarte vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres ernannt, um ihre Heilwirkungen erneut den Menschen näher zu bringen.

Medizinischer Gebrauch

Magenverstimmung und Appetitlosigkeit … Die gesundheitsfördernde Wirkung der Wegwarte bei Magen-Darm-Beschwerden und zur Appetitanregung ist medizinisch belegt. Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe und das Inulin regen die Verdauung an. Bei Völlegefühl sollte man nach dem Essen eine Tasse Tee trinken, bei Appetitlosigkeit vor dem Essen.

Gallenblasenträgheit … Der bittere Geschmack spricht klar auch den Leber- und Galle-Bereich an. Die Gallenproduktion und der Gallenfluss werden positiv angeregt. Dies wurde medizinisch belegt.

Leberbelastung … Die Bitterstoffe der Zichorienwurzel unterstützen die Leber bei der Entgiftung.

Gut für das Herz … Die Wegwartewurzeln sind reich an herzschützenden Polyphenolen, die Blutungen zum Stillstand bringen können und auch zusammenziehend wirken.

Thromboseprävention … Täglich 300 ml Zichorienkaffe soll die Zähflüssigkeit des Blutes verringern, sodass weniger Thrombosen entstehen können. Ungarische Wissenschaftler haben dies in einer klinischen Studie untersucht.

Gesunde Darmflora … Die Zichorienwurzel ist reich an Inulin und Oligofructose. Das sind pflanzliche Wirkstoffe, die als präbiotisch gelten. Sie fördern die Bildung von guten Bakterien im Darm, die wiederum helfen, Lebensmittel schneller zu verdauen und viele Nährstoffe zu verwerten. Empfohlen wird daher töglich eine Tasse Tee aus der Wurzel.

Gut für die Bauchspeicheldrüse … Eineen positiven Einfluss auf die Bauchspeicheldrüse soll frisch gepresster Wegwartesaft haben. Sollte teelöffelweise eingenommen werden, schmeckt sehr bitter.

Sorgt für Entspannung … An der Berliner Charitè führte Prof. Dr. Dr. Holger Kiesewetter eine Doppelblindstudie mit der Wegwarte-Pflanze durch. Fünf Wochen lang nahmen Teilnehmer dreimal täglich drei Tabletten davon ein (in der Apotheke erhältlich). „Drei Viertel der Probanden fühlten sich schon nach kurzer Zeit ruhiger, während sich Antriebslosigkeit, Anspannung und Nervosität sogar bei 70 Prozent der Versuchspersonen besserten“, so der Studienleiter.

Hilft, Schwermetalle auszuleiten … In der Volksmedizin wird die Wegwarte mittels einer Tee-Kur mit Wegwarteblättern und -wurzeln eigesetzt, um Schwermetalle und andere Gifte auszuleiten.